Gute Nachrichten für die Freunde der Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel: Nach über zwei Jahren Pause soll die traditionsreiche Verbindung über die Elbmündung wieder aufgenommen werden. Für Pendler und Urlauber bedeutet dies einen wesentlich kürzeren Weg entlang der Küste. Aber auch die Verkehrsentlastung in Hamburg dürfte zu Stoßzeiten und während der Ferien deutlich zu spüren sein. Die Fähre wurde bereits im 19. Jahrhundert betrieben und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.


Anfänge der Elbe-Fähre

Schon im 18. Jahrhundert waren Lotsen zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel in der Elbmündung unterwegs. Auf ihren Booten nahmen die Seeleute auch Passagiere mit.

Alte Fähre

Von einem geregelten Fährverkehr konnte damals allerdings noch nicht die Rede sein. Erst um die Jahrhundertwende bot die „Norddeutsche Dampfschifffahrtgesellschaft Hamburg“ 1904 den regelmäßigen Fährverkehr an.

Jedoch ohne Erfolg: Schon im selben Jahr ging das Unternehmen in Konkurs. Mehr Erfolg hatte die 1907 gegründete „Cuxhaven-Brunsbüttel-Dampfschiff AG“. Bis 1921 betrieb die Gesellschaft die Fährlinie, ein Hauptgrund für die Auflösung der Gesellschaft und das Einstellen des Fährbetriebs dürfte die wirtschaftliche Krise nach dem Ersten Weltkrieg gewesen sein.

 

Neuanfang mit Frauenpower

Frauenpower

Bereits 1919 wagte eine couragierte Fischersfrau den Neuanfang für die Fährverbindung. Nach einem Unfall konnte der Ehemann der Cuxhavenerin Greten Handorf seinen neugekauften Krabbenkutter nicht mehr nutzen. Kurzerhand wird der Kutter zur Fähre umfunktioniert und Greten Handorf gelingt es, die Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. 1927 wird ein neues Schiff angeschafft, um die wachsende Nachfrage zu bewältigen. Mit Hilfe von Freunden kauft Greten Handorf einen Schlepper, den sie zur Fähre umbauen lässt. Ihre zupackende Art zeigt sich auch, als der Fährbetrieb eine staatliche Konzession benötigt: Sie fährt nach Berlin und verlässt das Büro des zuständigen Ministers erst, als dieser ihr die Konzession ausstellt. 1938 gibt Grete Handorf ihren Betrieb dann aus Altersgründen auf.

„Kiek, dort sitt he jo! Du, Minister, so geiht dat dor bi uns nich wieder…“

Greten Handorf, 1926, Quelle: Cuxhavener Tageblatt 01.10.1938

 

Staatlicher Fährbetrieb

Ohne Verzögerung wird die Elbe-Fähre schließlich durch den „HAPAG Seebäderdienst“ weitergeführt. Der zunehmende Autoverkehr erfordert 1939 den Einsatz einer Autofähre, die mit Schwierigkeiten schließlich auch noch während des zweiten Weltkrieges weiterbetrieben wird. Zwar wurde der volle Fährbetrieb sofort nach Kriegsende wieder aufgenommen, jedoch ging der Umsatz kontinuierlich zurück. In den 50er und 60er Jahren ging die Elbe-Fähre auf private Reedereien über. Seitdem wurde der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen mehr als einmal eingestellt und von immer neuen Reedereien wieder aufgenommen. Es bleibt also abzuwarten, wie die Zukunft der Elbe-Fähre aussieht.